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Die Quecksilberkammer in Copan

Ricardo Agurcia Fasquelle, der Direktor der Ausgrabungen des Copán-Projektes, entdeckte 1992 einen unterirdischen Tempel unter dem „Tempel Nr. 16“ in Copán. Diesen Tempel nennt man Rosalila. Darin entdeckte man einen Schacht, der noch tiefer führte. Die Ausgräber glaubten, auf das Grab des Dynastiegründers Yax K' uk' Mo gestoßen zu sein. Doch kein Ausgräber konnte das Grab betreten: Es war randvoll mit hochgiftigem Quecksilber! 1)

Des Rätsels Lösung:

Die Quecksilbergruft befand sich nicht im Rosalila-Tempel, sondern weitere Ausgrabungen brachten eine weitere Struktur zum Vorschein, das sogenannte Margerita-Grabmal. Es war nicht selten, dass die Maya neue Tempel um ältere gebaut haben, die wie Zwiebeln Schicht für Schicht die jeweils älteren umschließen. Das Besondere in Copan ist jedoch, dass man den gesamten Tempel samt dem daneben liegenden Grab säuberlich konservierte und darüber erst den neuen Tempel errichtete.

Aufgrund des gefundenen Quecksilbers wird die Gruft Mercury-Cache genannt. Jedoch war die Gruft nicht randvoll mit Quecksilber gefüllt, nicht mal annähernd, sondern in einer der beiden Opferschalen fand man 300 ml flüssiges Quecksilber. 2) Aufgrund der schlechten Belüftung und Enge, in der man in den Schächten arbeiten musste, verschob man die Ausgrabung, um mit geeigneten Schutzanzügen zurückzukehren. 3)) Überrascht waren die Archäologen, als man als erstes das Grab einer Frau fand und erst dahinter die Gruft des vermutlichen Dynastiegründers Yax Ku’k Mo. Däniken hat hier einfach einen Artikel von Michael Zick wiedergegeben, welcher offensichtlich die Menge des Quecksilbers etwas falsch verstanden hatte. 4) Und so wurde die mysteriöse Quecksilberkammer geboren.

Rekonstruktion des Tempels Rosalila unter Tempel 16 in Copan ©Wikimedia

Literatur

1)
Däniken 2001
2)
Emery 2004
3)
Expedition 42(3); Expedition 41(2
4)
Zick 1997
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