Drei Milliarden Jahre alte Kugeln - Die Klerksdorp-Sphären

Die Palaeoseti-These

Klerksdorp-Sphären sind kleine perfekte Kugeln, die von Bergleuten und Mineraliensammlern aus der Wonderstone-Silbermine bei Ottosdal geborgen wurden. Es wurden etwa 200 derartiger Kugeln geborgen, die durchschnittlich 1-4 cm groß sind. 1) Sie bestehen aus einer Nickel-Stahllegierung, 2) die so auf der Erde nicht vorkommt, und wurden anhand der umgebenden Schichten auf ein Alter von 3 Mrd. Jahren datiert. Einige haben eine dünne Schale, und wenn man sie aufbricht, zeigt sich ein schwammartiges Innenleben, welches an der Luft aber schnell zu Staub zerfällt. Die Kugeln sind laut Roelf Marx, Kurator des Sout-African-Klerksdorp-Museums, ein einziges Mysterium. Man weiß nicht, woher diese Kugeln kommen oder wer sie geschaffen hat. Der Museumskurator hat sogar beobachtet, dass sich die Kugeln in den Vitrinen von selber drehen. Ein Besucher bestätigt in einem Brief, dass er einige der Kugeln von der NASA untersuchen ließ und diese ihm bestätigen konnte, 3) dass die Kugeln in einer Präzision gearbeitet sind, die auf der Erde so nicht erreicht werden kann, höchstens eventuell in absoluter Schwerelosigkeit. Außerdem fand man bei der Nasa heraus, dass die Kugeln, einmal angestoßen, sich ewig weiter drehen, wenn sie so wenig Reibung wie möglich erfahren. 4)

©wikimedia
©wikimedia

Die klassische Erklärung

Entgegen verschiedener Behauptungen wurden auch die Klerksdorp-Sphären wissenschaftlich untersucht, die Ergebnisse sind sogar öffentlich im Internet zugänglich (siehe Links) und werden nicht vertuscht oder verheimlicht. Das Phänomen, das diese Kugeln formt, ist nicht unbekannt und z. B. auch bei den Moqui-Marbles zu beobachten (zur Entstehung der Klerksdorp-Sphären bitte die entsprechende Entstehung bei den Moqui-Marbles durchlesen). Wie Heinrich in seiner Untersuchung klarstellt, sind Klerksdorp-Sphären weder perfekt rund (selbst die berühmteste Kugel im Bild soll in Wirklichkeit nur aus einem speziellen Winkel wie eine Kugel aussehen, von der eigentlichen Form aber eher an einen Apfel erinnern) noch außergewöhnlich hart oder aus einer Nickel-Stahl-Legierung. Sie bestehen aus Hämatit und anderen Eisenmineralien, die je nach Lage und Verwitterungszustand unterschiedlich sind. Anders als in vielen Artikeln behauptet, befindet sich im Innern der Kugeln kein schwammartiges Material, sondern der Hämatit formt strahlenförmige Kristalle. Die Geschichte mit dem schwammig-sandigen Innenleben führt wahrscheinlich auf eine Verknüpfung mit den Moqui-Marbles zurück, die im Innern roten Ocker enthalten. Und selbst die angebliche Untersuchung der NASA stellt sich bei etwas Recherche als Untersuchung des California-Space-Institute heraus. Dieses bestreitet, dass es John Hund irgendwelche besonderen Eigenschaften oder besondere Genauigkeiten der Kugeln bestätigt hätte, 5) und führt dies auf ein Missverständnis oder Wunschdenken von John Hund zurück. (Des weiteren wird auch klargestellt, dass das California-Space-Institute keine Gyroskope für die NASA baut, wie in vielen Artikeln zu lesen ist)

Fazit

Hier kann also festgehalten werden, dass ein nichtvorhandenes Mysterium durch drittklassige Zeitungsartikel aufgebauscht wurde und unreflektiert in verschiedenen Büchern und Webseiten auftaucht. Wie weit ein derartig kopfloses Kopieren gehen kann, erkennt man an einem Schreibfehler: Wenn man heute (5.2011) den Begriff „3 Milliarden alte Kugeln“ in eine Suchmaschine eingibt, bekommt man mehrere Seiten mit Treffern, die diese Phrase als Artikeltitel verwenden - obwohl der Titel eigentlich heißen müsste „3 Milliarden Jahre alte Kugeln“.

Literatur

  • Igan, M. (oa): Earth forbidden Secrets. (Graue Literatur)
  • Barritt, D., (1982), The Riddle of the cosmic cannon-balls. In: Scope Magazine. (June 11, 1982)
  • Jochmans JR. (1995). Top ten out-of-place artifacts. In: Atlantis Rising 5.
  • Heinrich, P.V., (2007), South African concretions of controversy. In: South African Lapidary Magazine. vol. 39, no. 1.
  • Heinrich, P.V., (2008), The Mysterious „Spheres“ of Ottosdal, South Africa. In: National Center for Science Education Reports, v. 28.
  • CREMO, M. A., & THOMPSON, R. L. (2007). Verbotene Archäologie: die verbogene Geschichte der menschlichen Rasse. Rottenburg, Kopp Verlag.
1)
Barritt 1982
2)
Jochmanns 1995
3)
offener Brief von einem John Hund 2002 auf der Museumsseite veröffentlicht
4)
Baritt 1982
5)
Heinrich 2008
Cookies helfen bei der Bereitstellung von Inhalten. Durch die Nutzung dieser Seiten erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies auf Ihrem Rechner gespeichert werden. Weitere Information