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Die Taube von Sakkara

Inventarnummer 6347 ©Wikimedia

Die Sakkara-Taube 1) ist ein Artefakt in der Form eines Vogels, vielleicht einer Taube. Sie besteht aus Platanenholz und wurde 1898 während einer Ausgrabung einer Grabstätte bei Sakkara entdeckt. Sie wurde auf das Alter von 200 v. Chr. datiert und befindet sich heute im Ägyptischen Museum in Kairo. Das Artefakt hat eine Flügelspannweite von 180 mm und ein Gewicht von 39,12 g. Seine eigentliche Funktion ist unbekannt. Der Mediziner Dr. Khalil Messiha erkannte als erster die unterschiedliche Schwanzform im Vergleich zu anderen Vogelfiguren in der gleichen Vitrine. Es erinnerte ihn gleich an die Modellflugzeuge, die er als Kind gebastelt hatte. 2)

Diverse Versuche wurden unternommen, das Modell zum Fliegen zu bringen. Schon Messiha hatte erkannt, dass ohne Höhenruder das Modell nicht flugfähig ist. Er behauptete also, ein abgebrochenes Stück an der Unterseite des Schwanzes würde ein Hinweis auf ein Höhenruder sein. Später sahen Eenboom und Belting 3) eher auf der oberen Seite ein fehlendes Stück, weswegen bei diesem Modell das Höhenruder auf der Oberseite des Schwanzes angebracht wurde.

Bei allen Modellen wurde die negative V-Form der Flügel gelobt, da sie eine Stabilisierung im Kurvenflug ermöglicht. Was verschwiegen wird, ist, dass diese negative V-Form ein Flugzeug zwar wendiger macht, aber im Flug instabiler, weswegen alle Segelflugzeuge die normale V-Form verwenden. Ein weiterer Fakt, der nicht genannt wird, ist, dass bei dem Modell der Schwanz schräg gestellt ist und daher ein echtes Model dieses Artefaktes nicht fliegen könnte.

Abschließend noch eine Überlegung. Würden die Archäologen wirklich abstreiten, dass es so etwas wie Segelflugzeuge in der damaligen Zeit gegeben haben könnte? Ich denke nicht. Schon 200 Jahre vor der Taube von Sakkara entwickelte der Mathematiker und Philosoph Archytas von Tarent (* wohl zwischen 435 und 410 v. Chr.; † wohl zwischen 355 und 350 v. Chr.) seine berühmte Taube, die von Ast zu Ast fliegen konnte. 4)5) Er gilt mit seinen Arbeiten als Begründer der Luftfahrt. Ein Nachbau zeigte sogar ein viel fortschrittlicheres System mit Ventilen und Antrieben als jenes von der Taube von Sakkara, 6) und das fast 200 Jahre zuvor.

Literatur

  • Wilhelm Schmidt: Aus der antiken Mechanik. In: Neue Jahrbücher für das Klassische Altertum 13, 1904.
  • Messiha, Khalil, Guirguis Messiha, Gamal Mokhtar, and Michael Frenchman. „African Experimental Aeronautics: A 2,000-Year-Old Model Glider“ in VAN SERTIMA, I. (1983). Blacks in science: ancient and modern. New Brunswick, U.S.A
  • DÄNIKEN, E. V. (1990). Meine Welt in Bildern. Bergisch Gladbach
  • LUCK-HUYSE, K. (1997). Der Traum vom Fliegen in der Antike. Stuttgart
  • HABECK, R. (2003). Die letzten Geheimnisse rätselhafte Funde der Geschichte. Rheda-Wiedenbrück.
  • ERCIVAN, E. (2006). Patente der Pharaonen: neueste Entdeckungen zur Hochtechnologie der alten Ägypter. München.
1)
eigentlich handelt es sich wahrscheinlich um die Darstellung eines Falken, jedoch bleibe ich bei dieser Benennung, weil sie sich im deutschen Sprachgebrauch der Prä-Astronautik eingebürgert hat
2)
Messiha 1983
3)
Fiebag, Peter/ Eenboom, Algund/ Belting, Peter – Flugzeuge der Pharaonen, Rottenburg 2004
4)
Aulus Gellius (Noctes Atticae 10.12.8–10)
5)
LUCK-HUYSE 1997
6)
Schmidt 1904
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